Meine erste Einsendeaufgabe

Seit dem 10.11.2015 bin ich an der Autorenschule in Hamburg zum Lehrgang „Belletristik“. Ein Fernstudium was unheimlich viel Spaß macht. Sicherlich werde ich dort einiges lernen, um Euch bald mit neuen Büchern zu bereichern. Zwei Jahre lang kann ich dort im Grundkurs im Fachkurs Belletristik mich mit Wissen bereichern. Jeder der mal Schreiben möchte, kann ich die „Schule des Schreibens“ nur sehr empfehlen. Natürlich muss bei einem Fernstudium auch das Lernen gewollt sein, denn ohne „Fleiß keinen Preis“. Im Autoren Campus kann man sich mit anderen schreiben, ich austauschen oder gegenseitig helfen. Nach jedem Studienheft schreibt man dann eine Aufgabe „Prüfung“ die dann von einem persönlichen Studienleiter bearbeitet und benotet wird. Ich habe mittlerweile mein erstes Heft durch gearbeitet und möchte Euch meinen Text natürlich nicht vorenthalten:

 

 

 

Die Aufgabe war:

 

Thema: Warum ich schreiben lernen will

 

Umfang 80 Zeilen

 

Der Text muss einen ANFANG, einen MITTELTEIL und einen SCHLUSS haben. 

 

Warum ich schreiben lernen will

 

 

„Da kommt sicher gleich ein verdächtiger Mann heraus“, flüstere ich meiner Freundin Nicole zu. Wie die Detektive auf der Lauer hocken wir hinter einer großen Mülltonne vor dem Einkaufsmarkt, als plötzlich ein Mann mit einem Handy am Ohr heraus kommt. Schnellen Schrittes geht er den Weg Richtung Friedhof entlang. „Los komm, der sieht doch voll verdächtig aus, bestimmt hat er einen Deal am Friedhof laufen“, sage ich aufgeregt. Nicole und ich laufen dem jungen Mann hinterher. „Der hat sicher nichts Gutes im Sinn“, sagt meine Freundin. Immer wieder dreht er sich herum und dann verstecken wir uns hinter Büschen und Bäumen. Mit unsere Walkie-Talkies in der Hand und auf der Hut laufen wir ihm weiter hinterher. Doch am Friedhof geht er vorbei, über die Straße und biegt schließlich in einen kleinen Weg rein. Plötzlich hält Nicole mich am Arm fest: „Da dürfen wir doch nicht langlaufen!“

„Ach was, Fiete würde vor so etwas auch keinen Halt machen. Wir müssen doch den Fall aufklären“, sage ich ihr und gehe dann einfach weiter. Doch der junge Mann ist einfach verschwunden. „Na toll“, blaffe ich meine Freundin an.
„Ach was, wir gehen einfach weiter, sicherlich ist er da vorne irgendwo“, sagt Nicole aufmunternd. Als wir weitergehen, kommt plötzlich der junge Mann, den wir verfolgt haben, um die Ecke geschossen. Wir schrecken zusammen, schreien auf und bleiben wie angewurzelt stehen. „Was soll das? Warum lauft ihr mir hinterher?“, brüllt der Mann uns an. Doch statt zu antworten laufen wir einfach los. Ohne uns nochmal umzudrehen, rennen wir bis zum Spielplatz weiter. „Oh man, das war gruselig. Ich muss nach Hause, bis morgen“, sagt mir Nicole, die immer noch völlig außer Atem ist. Enttäuscht sitze ich später zu Hause auf meinem Bett. Ich wollte doch nur so tolle Geschichten erleben wie die „Fünf Freunde“, „Die Pfefferkörner“ oder „TKKG“. Ich merke schnell, dass dies nur eine Geschichte im Fernseher ist. Doch was wäre, wenn ich selber so etwas erfinden würde? Gesagt getan. Schließlich setze ich mich mit meinen elf Jahren an meinen Computer und fange an, meine eigene Detektiv-Geschichte zu erfinden, in der ich natürlich der Anführer bin.

Mittlerweile bin ich fast dreißig Jahre alt und laufe nicht mehr anderen Leuten mit Walkie-Talkies hinterher, auch wenn das sicherlich eine lustige Vorstellung wäre. Wenn Kinder so durch die Straßen laufen, sagen immer alle: „Oh schau, wie süß, die Kinder spielen wieder.“ Wenn ich das heute machen würde, würden alle sagen „Oh schau mal, wieder eine Verrückte da drüben.“ So ändern sich leider die Zeiten. Aber die Gedanken und Träume ändern sich nicht. Sie werden nur anders, erwachsener. Während mein Patient vor mir liegt, mein Ultraschallgerät im Takt der Musik um die Zähne schwingt, fange ich an, in meinem Kopf Storys zu erfinden. Anders als beim Friseur, ist es beim Zahnarzt immer schlecht, eine Unterhaltung mit einem Patienten anzufangen, während ich fröhlich meine professionelle Zahnreinigung oder eine Parodontitis-Behandlung durchführe. Einige Patienten halten zwischen dem Instrumentenwechsel immer einen kurzen, sehr netten Smalltalk, ehe ich wieder den Mund mit Instrumenten belege. Nicht alle Patienten sind nett und gesprächig, aber gerade dann, wenn ich eine nervige, meckernde oder schwierige Patientin habe, spielen sich in einem Kopf verschiedene Storys ab. Wie es wäre, wenn man mit seinem Traummann auf einer einsamen Insel wäre und einfach das Leben genießen könnte. Vielleicht auch wie man mit der Liebe seines Lebens Kinder bekommt und es sich wunderbar zurechtträumen kann.

Man kann es aber auch anders beschreiben. Wie könnte ich genau diesen nervigen Patienten in einen Krimi hin packen? Als gejagtes Opfer? Auf jeden Fall machen die schönen und gruseligen Gedanken den nervigen Patienten gleich viel angenehmer und ich muss innerlich schmunzeln. Wobei ich froh bin, dass ich dabei einen Mundschutz trage, damit man meine Grimassen nicht sehen kann. Die Arbeit ist geschafft und ich kann endlich nach Hause. Während der Autofahrt kommen mir immer wieder die Gedanken an meine Story hoch und ich frage mich, warum man so etwas nicht wirklich so erleben kann, wie man es sich zurechtträumt. Denn ich weiß noch von früher, dass es auch ein schönes Gefühl ist, wenn man seine Gedanken, Träume und Wünsche aufschreibt. Man aus den Gedanken seine eigene Geschichte schreiben kann und sie damit zum Leben erweckst. Auch dies ist schon ein schönes Glücksgefühl. Wie damals setze ich mich also an meinen PC und beginne zu schreiben. In der eigenen Geschichte kann man in jede Rolle schlüpfen oder sie als Betrachter aufschreiben. Die verliebte Frau sein, die ihren Traummann kennenlernt. Die Täterin sein, die Menschen in den Wahnsinn treibt, oder kriminelle Dinge vollbringen.

Egal was es ist, es ist eine Leidenschaft, ein Ausgleich zur Arbeit oder entzieht sich aus dem Alltag und taucht in eine andere Welt ein. Durch das Fernstudium möchte ich mehr darüber lernen, schöne Werke zu vollbringen, andere mit meinen Gedanken mitzureißen und Menschen kennenlernen, die auch diese Leidenschaft besitzen und teilen möchten.

 

Ich hoffe, dass es Euch gefallen hat.

 

Liebe grüße

Sandra

 

 

 

© Sandra König

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Kommentare: 5
  • #1

    Heike König (Sonntag, 27 Dezember 2015 18:41)

    Liebe Sandra!
    Deine kleine Geschichte ist sehr schön geschrieben. Ich zieh den Hut vor dem was du die jetzt vorgenommen hast. Wer Bücher schreiben möchte sollte auch mit Herzblut dabei sein, so wie du es bist.
    Es soll auf jedendfall Spaß machen zu schreiben und es soll kein Druck entstehen, jetzt muss ich was auf das Papier bringen. So wie du den Weg jetzt einschlägt ist es genau richtig. Ich wünsche die ganz viel Spaß dabei und drücke ganz fest die Daumen, dass die alles gelingt. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von dir.
    Ganz liebe Grüße
    Deine Mama

  • #2

    Melanie (Sonntag, 27 Dezember 2015 18:53)

    Huhu,
    auch Ich ziehe den Hut vor dir. Mach weiter so und lerne fleißig. Bin sehr gespannt auf dein nächstes Buch. Ich bin stolz auf dich.
    Dein Schwesterlein

  • #3

    Hanna (Freitag, 08 Januar 2016 19:14)

    Tolle Geschichte, schön zu lesen. :) Das du das alles noch so nebenbei hinbekommst ist bemerkenswert.

  • #4

    Anja (Montag, 11 Januar 2016 16:33)

    Hi Sandra,

    es ist toll, wenn man für eine Sache brennt und diese dann auch wirklich umsetzt bzw. umsetzen kann. Ich weiß wovon ich spreche. Es gibt einen wunderbaren Ausgleich zum stressigen Alltag und lässt einen manche Situation besser ertragen. Du machst das super und ich finde gut, dass du es von an Beginn jetzt richtig machst. Es sind schöne Geschichten. Sie gefallen mir sehr gut. Ich drücke dir weiterhin die Daumen, dass dir die Ideen nie ausgehen.
    Alles Liebe
    Anja

  • #5

    Barbara Nebenführ (Mittwoch, 13 Januar 2016 07:08)

    Hallo Sandra,
    Hut ab, ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Schreiben . Ich freue mich schon auf dein nächstes Buch.
    liebe Grüße Babs